Umbau des Jugendkulturzentrums - Bollwerk 107

Einer der Schwerpunkte der Tätigkeit der Stadtbau Moers GmbH war der Umbau der alten Speditionshalle am Moerser Bahnhof in ein modernes Jugendkulturzentrum. Ziel des Projektes war es, aus dem ungenutzten Gebäude an der Homberger Strasse 107 eine langfristig gesicherte und attraktive Jugend-Begegnungsstätte zu schaf- fen und dem Jugendkulturzentrum "Volksschule" am Südring eine neue Wirkungsstätte zur Verfügung zu stellen, die ausreichend Platz für Konzerte und Veranstaltungen bietet. Seit Ende 2009 ist das Jugendkulturzentrum Volksschule unter dem neuen Namen "Bollwerk 107" Nutzer der modernisierten Räumlichkeiten am Moerser Bahnhof. Die Stadt hat dafür das Gebäude gemietet und überlässt es dem "Bollwerk 107". Es ist das größte Jugendzentrum in Moers und ersetzt das bisher genutzte am Südring.

Zuvor musste die alte, 1904 errichtete Frachthalle durch den Eigentümer, die Stadtbau Moers GmbH, in Abstimmung mit der Kommune und dem Träger der Einrichtung, dem Verein zur Förderung der Jugendkulturarbeit im Kreis Wesel, umgebaut werden.

Nach den Plänen der Architekten Frank Reese und Rolf Ecker, die bereits den gelungenen Bahnhofsumbau verantwortet haben, wurde das Gebäude des alten Frachtbahnhofs zunächst komplett entkernt, von innen neu gestaltet und erhielt anschließend eine modernisierte Fassade. Saniert werden mussten zudem Statik, Versorgung und der Brandschutz des Hauses.

Das alte Fachwerk der etwa 100 Jahre alten ehemaligen Speditionshalle bildet nur noch die Hülle für das neue Gebäude. Kneipe und Foyer wurden als separater Baukörper unter das alte Holzdach gesetzt. Das Architekturbüro Reese verwirklichte damit eine so genannte Haus-in-Haus-Konstruktion, die in Moers bislang einzigartig ist.

Viel Platz für viel gute Jugendkulturarbeit

Das Jugendkulturzentrum hat am neuen Standort deutlich mehr Entwicklungsmöglichkeiten. Rund 1.000 m2 stehen dem Jugendkulturzentrum in dem 85 Meter langen und 13,5 Meter breiten Gebäude zur Verfügung. Allein die Veranstaltungshalle hat eine Fläche von 290 Quadratmeter. Hinzu kommen Räume für Kurse und andere Angebote sowie ein Kneipenbereich mit großer Terrasse, und auch für die Mitarbeiter ist ausreichend Büroraum vorhanden. Barrierefreiheit wird durch einen Lift hergestellt. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist optimal. Außerdem stehen mehr als 70 Parkplätze direkt vor dem Haus zur Verfügung.

Dank der engen Zusammenarbeit der Stadtbau Moers als Eigentümerin des Gebäudes mit der Kommune und dem Trägerverein des Jugendkulturzentrums wurde mit dem Projekt ein stadtpolitisches Mehrfachziel baulich umgesetzt: die Sanierung des Bahnhofumfeldes und die Förderung der Jugendarbeit. Am 26. November 2009 eröffnete Bürgermeister Norbert Ballhaus den Gebäudekomplex und unterzeichnete gemeinsam mit Stadtbau-Geschäftsführern Roland Rösch und Rainer Staats den Überlassungs- und Mietvertrag. Bereits einen Tag später startete das "Bollwerk 107" mit einer großen Eröffnungsparty den Betrieb.

Mit Hilfe städtischer und staatlicher Fördermittel und mit Unterstützung durch Verwaltung, Politik und Gesellschaft konnte das Bahnhofsumfeld mit dem Projekt zu einem Bereich mit eigenem charakteristischen Flair entwickelt werden. Als Eigentümerin und Bauherrin der neu gestalteten Immobilie hat die Stadtbau Moers maßgeblich zur dieser Entwicklung beigetragen und mit der Sanierung der alten Frachthalle einen weiteren wichtigen Beitrag geleistet zur zukunftsorientierten und verantwortungsbewussten Weiterentwicklung des städtebaulichen Profils der Stadt.